Arnaud Friedrich - Deutschland - Os...

Deutschland - Oschersleben
October 05, 2018 | 12:00 am
About Match

„Aller guten Dinge sind drei“ – so kann man das letzte FIM Endurance Weltmeisterschaftsrennen von Arnaud Friedrich und seinem Team LRP Poland wohl am besten zusammenfassen. Denn beim dritten geplanten WM-Einsatz des Teenagers vom Sachsenring gelang ihm sowie seinen Fahrerkollegen Jaroslav Cerny und Bartlomiej Lewandowski endlich der erhoffte Sprung in die Punkteränge.

Vom 6.- 9. Juni zog der Tross der FIM EWC Elite in die Motorsport Arena Oschersleben, zur 21. German Speedweek und den 8h von Oschersleben. Bei hochsommerlichen Temperaturen jenseits der 30° Marke waren Mensch und Maschine wieder aufs Äußerste gefordert. Aber nach dem Startverbot bei den 24h von Le Mans für Arnaud und dem technisch bedingten Sturz sowie damit verbundenen Ausfall des Teams bei den 8h vom Slovakiaring, trotzten alle den fordernden Bedingungen und zeigten die Leistung, die Team und Fahrer von sich selbst erwarteten. 

Und das, obwohl auch die Rennwoche in Oschersleben alles andere als optimal begann, nachdem der Teamchef Bartlomiej „Bartek“ Lewandowski direkt im ersten freien Training von einem massiven Motorschaden heimgesucht wurde und das Team daraufhin erst einmal einen Motorwechsel vornehmen musste. So kam das Team am ersten Trainingstag nur auf 25 Minuten Fahrzeit von eigentlich geplanten 6 Stunden.

Aber bereits im ersten Qualifying zeigte Arnaud Friedrich sich wieder als Top-Fahrer im Team LRP Poland und brannte mit einer 1:28.753 die schnellste Runde aller drei Fahrer in den glühenden Asphalt von Oschersleben. In seiner Gruppe lag er damit auf Platz 16 und hatte 20 andere Fahrer hinter sich gelassen. In der gemittelten Zeit aller drei Piloten des Teams, die für die Startaufstellung beim Le Mans Start herangezogen wird, reichte es am Ende jedoch nur für Startplatz 24 im großen Feld der FIM EWC. Damit war das Ziel des Teams, in die Punkteränge und eventuell sogar in die Top 15 zu fahren, eine mehr als große Herausforderung – jedoch in der Langstrecke, bei der viel passieren kann, keine Unmöglichkeit.

Entsprechend motiviert ging Arnaud an den Start der 8h von Oschersleben, den er erneut für das Team fahren durfte. „Nach der doch eher durchwachsenen Trainingswoche mit Motor- und später noch Getriebeschaden, bin ich dennoch motiviert und zuversichtlich an den Start beim Heimrennen in Oschersleben gegangen. Ich konnte mich auch direkt um ein paar Plätze verbessern, allerdings war die Anfangsphase des Rennens und mein erster Stint von den zwei Safety-Car Phasen und viel Hektik und Nervosität im Feld geprägt. Am Ende konnte ich auf Platz 20 liegend an Jaroslav übergeben, der den zweiten Stint für das Team fuhr. Leider musste er außerplanmäßig an die Box kommen, da wir ein Problem mit dem ABS-Sensor am Motorrad hatten. Nach dem Wechsel des Sensors hatten wir uns in der frühen Phase des Rennens bereits sieben Runden Rückstand eingehandelt und lagen nach zwei Stunden nur noch auf Platz 29 im Feld. Zudem mussten wir dann auch noch eine Stopp-and-Go Strafe absitzen, was uns auf den letzten Platz im Feld zurück warf. Aber wir blieben konzentriert und blickten einfach nur nach vorn“, so Arnaud nach dem Rennen.

„Ich konnte dann in meinem zweiten und dritten Stint endlich problemfrei fahren und konstant gute Zeiten hinlegen. Der zweite Stint mit 40 Runden am Stück war wirklich sehr anstrengend. Auf dem Motorrad war es extrem heiß, dazu noch die physisch höchst anspruchsvolle Strecke in Oschersleben, die dir als Fahrer keine Verschnaufpause gönnt. Aber es gelang uns, uns Stück für Stück über die restlichen Stunden immer weiter nach vorne zu arbeiten – natürlich auch etwas begünstigt von den Problemen und Ausfällen der Top-Werksteams vor uns. In meinem letzten Stint gegen 20 Uhr habe ich sogar die schnellste Teamrunde fahren können. Als Jaro dann über die Ziellinie kam, war das ein unglaubliches Gefühl. Mein erstes überstandenes EWC Rennen und dann direkt die ersten WM-Punkte, einfach unbeschreiblich,“ gab der sichtlich erschöpfte aber glückliche Teenager zu Protokoll.

Mit Platz 11 in der EWC Klasse und Platz 17 Gesamt fuhr das Team so beim Heimrennen von Arnaud die ersten vier WM-Punkte ein. Ein Ergebnis, mit dem nach all den großen und kleinen Problemen im Vorfeld niemand mehr rechnen konnte. 
Für das Team LRP Poland ist die FIM EWC Saison damit auch beendet. Das Saisonfinale in Suzuka wird das kleine Privatteam nicht bestreiten.

Für Arnaud geht das erste Jahr in der Endurance-WM so versöhnlich und mit seinen ersten Weltmeisterschaftspunkten zu Ende. Er konzentriert sich jetzt voll und ganz auf die restlichen Rennen im Rahmen der Alpe Adria International Motorcycle Championship, bei der er nach 4 von 12 Rennen mit 64 Punkten auf Platz 2 in der Meisterschaft liegt. Sein nächstes Rennen im Rahmen der AAIMC findet vom 29. Juni bis 1. Juli auf dem Pannonianring in Österreich statt.

 

Das Ergebniss der 8h von Oschersleben im Überblick:

Qualifying / Startaufstellung
1. 1:26.901 GMT94 YAMAHA

2. 1:27.058 F.C.C. TSR Honda France
3. 1:27.183 Suzuki Endurance Racing Team

24. 1:29.948 Team LRP Poland

Rennen
1. F.C.C. TSR Honda France
2. TEAM SRC KAWASAKI
3. GMT94 YAMAHA

17. Team LRP Poland (11. in der EWC Klasse)

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