Arnaud Friedrich - Frankreich - Bug...

Tschechien - Most
September 27, 2019 | 12:00 am
Tvrzova 5, Souš, 435 02 Most, Tschechien

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Le Mans: FIM Endurance Weltmeisterschaft 2019
NOCH EINE RECHNUNG OFFEN MIT DEN 24 STUNDEN VON LE MANS!

Vom 20. bis 21. April fanden auf dem Bugatti Circuit die legendären 24h von Le Mans in der FIM Endurance Weltmeisterschaft - EWC statt. Arnaud Friedrich ging gemeinsam mit seinen Teamkollegen Bartlomiej Lewandowski (POL - Teamchef) und Dominik Vincon (GER) für das Team LRP Poland auf BMW S1000RR an den Start.

Bei der 42. Auflage des Langstreckenklassikers standen 59 internationale Teams am Start, die vor über 75.000 Zuschauern in Le Mans mit jeweils drei Fahrern / Fahrerinnen die Hatz über 24 Stunden aufnahmen. Arnaud Friedrich und seine Teamkollegen hatten sich dabei in den Qualifikationstrainings den 34. Platz für den klassischen ‚Le Mans Start‘ erfahren und wollten mit konstanter sowie möglichst fehlerloser Leistung gern unter die Top 20 am Ende fahren.

„Der Start verlief eigentlich ganz gut für mich“, so Friedrich nach dem Rennen, „ich konnte mich direkt um ein paar Plätze verbessern und ging recht zuversichtlich in die erste Kurve. Dann sind leider direkt vor mir zwei Kontrahenten miteinander kollidiert und gestürzt. Ich musste den beiden Piloten und ihren Maschinen ausweichen, bin durchs Kiesbett gefahren und fand mich plötzlich am Ende des Feldes wieder.“

Dieser Sturz war es auch, der direkt zum Ende der ersten Rennrunde für die erste Safety-Car Phase sorgte - es sollte nicht die Letzte sein… So war Friedrich am Ende des Feldes zwar wieder direkt dran an den Kollegen, konnte aber erst einmal nicht zur Aufholjagd ansetzen, während die Motorräder der gestürzten Kollegen geborgen wurden. Als das Rennen schließlich erneut eröffnet wurde, konnte er sich aber mit konstant guten Runden immer weiter nach vorne arbeiten und übergab das Motorrad am Ende seines ersten Stints auf Platz 37 liegend an seinen Teamkollegen Dominik Vincon.

Die nächsten acht Stunden verliefen für das Team LRP Poland dann nahezu perfekt, während es im Feld immer noch sehr hektisch zuging und diverse Stürze, weitere Safety-Car Phasen sowie auch die ersten Ausfälle zu verzeichnen waren. Friedrich, Vincon und Lewandowski funktionierten als Fahrerpaarung äußerst harmonisch, das Team erledigte die Boxenstopps und Fahrerwechsel in eingespielter Perfektion und so arbeiteten die Drei sich Stunde für Stunde weiter vor im Feld.
Platz 31, 29, 26, 23, 21, 17, 17 und 18 standen so nach 9 Rennstunden in den Ergebnislisten. Damit wäre das gesteckte Ziel, die Top 20 am Ende und WM Punkte im 24h Klassiker, in greifbarer Nähe gewesen.

„Leider hat auch uns dann in der 10. Rennstunde der Defektteufel ereilt. Die Elektronik an unserem Motorrad spielte verrückt und wir mussten in die Box, um den Fehler zu beheben. Das Team und unsere Mechaniker haben einen tollen Job dabei gemacht, aber wir haben trotzdem einiges an Zeit verloren. Am Ende kamen wir auf Platz 24 liegend wieder zurück ins Renngeschehen, hatten aber wichtige Runden auf die direkte Konkurrenz um die Top 20 verloren“, analysierte Arnaud die Geschehnisse nach dem Rennen. „Der Rest der Nacht verlief dann wieder problemlos für uns. Ich konnte sogar mit einer 1:39.666 die schnellste Rennrunde unseres Teams hinlegen. Während der Nacht hat sich unser Chef „Bartek“ eine kleine Aus- bzw. Ruhezeit gegönnt und Dominik und ich haben jeweils einen Doppelstint hingelegt. Danach tat mir zwar alles weh, aber so ein 24h Rennen ist eben generell eine ganz andere Belastung und Herausforderung als die Sprintrennen, die ich in der IDM und in der Alpe Adria normalerweise fahre“, sprach Arnaud noch in der Nacht ins Eurosport Mikrofon.

Zwischenzeitlich wieder bis auf Platz 23 im Gesamtklassement vorgefahren, sorgte ein kleiner Ausrutscher - ausgerechnet vom Teamchef - dann nochmals für eine Schrecksekunde. Aber alles war glimpflich ausgegangen und das Team konnte auf Platz 25 liegend das Rennen fortführen. Der Abstand zum nächsten, vor ihnen liegenden EWC-Team war mit zwei Runden allerdings zu groß, als dass noch eine Aufholjagd möglich gewesen wäre. So fuhren sie das Rennen konstant und fehlerfrei dem Ende entgegen, lagen auf einem guten 25. Gesamtrang und belegten damit auch Platz 12 in der EWC Klasse.

WM Punkte gab es dafür leider keine, denn in der EWC werden nur die Top 20 in der Gesamtwertung jeweils mit Punkten belohnt. Aber das Team hat gezeigt, dass es in dieser Konstellation durchaus für ein Top 20 Ergebnis gut ist. Etwas weniger Technikpech, ein paar weniger Safety-Car Phasen die den Vorwärtsdrang ausbremsen und das Ziel wäre in Le Mans erreicht gewesen.

Aber auch so können Fahrer und Team mit ihrer Leistung zufrieden sein. Denn von den 59 gestarteten Teams kamen am Ende nur noch 37 in die Wertung. 15 Teams, darunter auch einige Top-Werksteams, mussten das Rennen frühzeitig komplett aufgeben - sei es durch Sturz oder Technikversagen. Weitere sechs Teams erreichten nicht die nötigen 75% der Runden des Siegerteams. So sprang - neben dem erwähnten Platz 12 in der EWC-Wertung - auch noch Platz 2 unter den BMW Teams für das Team LRP Poland heraus. Auch das freut die Sponsoren!

Apropos „Rechnung offen“ und „ins Ziel kommen“
Nachdem Arnaud Friedrich eine Rechnung mit Le Mans aus dem letzten Jahr (wir erinnern uns - Arnaud war genau einen Tag zu jung und durfte das Rennen damals nicht aufnehmen!) nun beglichen hat, haben die Verantwortlichen der FIM / ACO ihm in diesem Jahr erneut einen kleinen „Strich durch die Rechnung“ bzw. eine neue Rechnung aufgemacht…
Nachdem zehn Minuten vor Rennende eine weitere Safety-Car Phase dafür sorgte, dass Arnaud direkt hinter dem Safety-Car und vor den bis zuletzt um den Sieg kämpfenden Teams von Honda und Kawasaki fahrend, eine lange On-Air-Time - sprich Fernsehzeit - zu seinem 19. Geburtstag „geschenkt“ bekam, wurde es in den Schlussminuten dann eher merkwürdig bis unverständlich:

Obwohl die Führenden ihn bereits überholt hatten und er in die vorletzte Runde des Rennens ging, zeigten die Offiziellen ihm die sogenannte „Spiegelei-Flagge“ - ein oranger Punkt auf schwarzem Grund, der normalerweise einem Fahrer anzeigen soll, dass an seinem Motorrad ein Defekt o.ä. vorliegt und er aus Sicherheitsgründen in die Box muss. Natürlich befolgte Arnaud diese Anweisung, allerdings hatte er keinen Defekt an seiner Maschine und auch im Team war man ratlos, was es denn mit dieser Entscheidung auf sich haben könnte. Dummerweise hat man ihm damit aber die echte Zielankunft / -durchfahrt nach 24h in Le Mans versagt, denn parallel wurde das Rennen abgewunken. Zunächst gab es sogar die Befürchtung, dass man das Team in der vorletzten Runde komplett disqualifiziert hätte.
Nach einer Rücksprache mit der Race-Control sah diese den eigenen Fehler dann aber ein und das Team wurde offiziell auf P25 gewertet! Aber die „Belohnung“ für 24h Kampf, Schweiß, Verzicht und Anstrengung - das Überfahren der Ziellinie und das „Zielfoto“ mit der schwarz-weiß karierten Flagge - blieb dem Team damit verwehrt…

Also Le Mans: Da ist noch ne Rechnung offen für 2020!

 

 

Die Ergebnisse der 24h von Le Mans im Überblick

Qualifying / Startaufstellung
1. 1:36.597 Team ERC-BMW Motorrad Endurance
2. 1:36.625 YART - YAMAHA
3. 1:36.708 VRD IGOL PIERRET EXPERIENCES
34. 1:40.293 Team LRP Poland - Arnaud Friedrich, Bartlomiej Lewandowski, Daniel Bukowski

Rennen
1. TEAM SRC KAWASAKI FRANCE
2. Honda Endurance Racing
3. Suzuki Endurance Racing Team
25. Team LRP Poland (775 absolvierte Runden, 12. EWC-Klasse)

Fakten
37 von 59 gestarteten Teams in der Endwertung
Gesamtdistanz des Siegers: 839 Runden à 4,185 km (ca. 3.511 km)
Schnellste Rennrunde: 1:36.819 (155,6 km/h) von Randy de Puniet (Honda Endurance Racing)
Über 75.000 Zuschauer
an der Strecke; Fernsehpräsenz in 111 Ländern, davon über 60 mit Live-Übertragung!

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