Arnaud Friedrich - DOPPEL-PODIUM AR...

July 30, 2018

Auf dem ungarischen Pannonia Ring, gute 650 km süd-östlich von seinem Heimatort Limbach-Oberfrohna gelegen, galt es für Arnaud Friedrich vom 29. Juni bis 1. Juli seinen tollen zweiten Platz in der Alpe Adria International Motorcycle Championship - AAIMC zu verteidigen. Dass das junge deutsche Nachwuchstalent dabei wieder seine schnelle Adaptionsfähigkeit an neue Strecken ausspielen musste, war so eigentlich nicht geplant.

Eigentlich wollte das Team LRP Poland mit Arnaud bereits am Donnerstag auf dem anspruchsvollen 4,75 km langen Kurs mit 18 Kurven trainieren. Doch der einzige Schlechtwettertag mit Regen fiel ausgerechnet auf diesen Termin. So musste Arnaud wieder das erste Freie Training am Freitag zum Kennenlernen der Strecke unter Rennbedingungen nutzen, und konnte sich bereits von der ersten zur zweiten Session um gut eine Sekunde verbessern.

Nach Auswertung des Data-Recording und ein paar kleinerer Setup-Anpassungen an seiner BMW S1000RR, feilte Arnaud während der samstäglichen Qualifying-Session nochmals satte zwei Sekunden von seiner Rundenzeit herunter. Am Ende stand eine 1:55.355 auf dem Zeitenmonitor, die ihm den starken zweiten Startplatz für die beiden Rennen am Samstag und Sonntag einbrachte. Geschlagen nur von Michal Filla, der aktuell an der „perfekten Saison“ in der Meisterschaft arbeitet.


„Wir haben in den freien Trainings ein gutes Setup erarbeiten können und ich lag im Qualifying lange Zeit sogar auf Platz 1. Am Schluss hat Filla aber seine Streckenkenntnis ausgespielt und eine sagenhafte Runde rausgepresst. Mit Startplatz zwei war ich aber trotzdem sehr zufrieden und auch mein Team hatte mit so einer Performance auf dieser anspruchsvollen und winkeligen Strecke vorher nicht gerechnet,“ so Arnaud im Interview. „Im ersten Rennen lief vom Start weg alles wie geplant. In den ersten zwei Kurven konnte ich noch an Filla dranbleiben, dann aber fuhr er mir wieder weg - leider! Meinen zweiten Platz konnte ich im ersten Renndrittel gut behaupten, auch wenn von hinten die Verfolger ordentlich gedrückt haben,“ schilderte Arnaud den Beginn des ersten Rennens. 
Bis kurz vor Rennmitte führte er eine sechsköpfige Gruppe an, die erbittert und nur durch Zehntelsekunden getrennt um die beiden verbliebenen Podestplätze hinter Filla kämpfte. In der sechsten von dreizehn Runden erwischte es dann einen seiner Meisterschaftskonkurrenten im Clinch um Platz 3, und die Gruppe wurde etwas auseinander gerissen. So musste sich Arnaud bis zur Zielflagge „nur noch“ gegen den ehemaligen Superbike WM-Piloten Marko Jerman verteidigen, was ihm trotz stark abbauender Reifen auch gelang. Am Ende sah er mit knapp 0,4 Sekunden Vorsprung auf Platz 2 liegend die Zielflagge. 20 wichtige und fehlerfrei eingefahrene Meisterschaftspunkte für ihn, und ein sehr zufriedener Teamchef, der mit einer solch starken Vorstellung auf der bis dato für Arnaud unbekannten Strecke nicht gerechnet hatte.

Der Rennsonntag begann auch vielversprechend, denn Arnaud konnte im Warm-Up mit einem sehr alten Reifen einige richtig schnelle Rundenzeiten hinlegen. Im zweiten Rennen lief es dann aber nicht ganz optimal.
„Vom Start bin ich noch ganz gut weggekommen und konnte wieder für ein paar Kurven an Filla dranbleiben. Dann aber kam von hinten Jerman an mir vorbeigeschossen, was mich etwas aus dem Rhythmus gebracht hat. Ein paar Kurven später presste sich dann noch ein Konkurrent an mir vorbei und ich lag auf Platz 4, mit gut drei Sekunden Rückstand auf den letzten Podestplatz. Als ich mich wieder gefasst hatte konnte ich bis auf eine Sekunde an P3 heranfahren - dann ging aber auf einmal gar nix mehr. Ich hatte Krämpfe im rechten Unterarm und konnte nicht mehr richtig Umgreifen von Bremse auf Gas. Ich habe dann abreißen lassen und etwas Tempo rausgenommen, um auch kein unnötiges Risiko mehr einzugehen. Am Ende konnte ich so zumindest einen sicheren 4. Platz einfahren und wieder wichtige Meisterschaftspunkte mitnehmen,“ schilderte er den Rennverlauf.

Mit den insgesamt 35 Punkten, die Arnaud an diesem Rennwochenende einfahren konnte, festigte er seinen zweiten Platz in der Meisterschaft und konnte sich nochmals von seinen direkten Verfolgern absetzen. Und auch wenn der Vorsprung von Filla bereits recht deutlich ist, so ist in der Alpe Adria gerade einmal Halbzeit - also immer noch alles möglich!
Das nächste Rennen der AAIMC findet vom 27. bis 29. Juli auf dem Automotodrom Grobnik, Unweit von Rijeka gelegen, in Kroatien statt. Vorher geht es für Arnaud Friedrich nochmals ins polnische Posen, wo er für sein Team LRP Poland den nächsten Lauf der polnischen Meisterschaft bestreiten wird.


Die Ergebnisse der AAIMC vom Pannonia Ring (HUN) im Überblick:

Qualifying / Startaufstellung
1. 1:54.311 Michal Filla (CZE, BMW)

2. 1:55.355 Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)
3. 1:55.601 Michal Prášek (CZE, BMW)

Rennen 1
1. Michal Filla (CZE, BMW)
2. Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)
3. Marko Jerman (SLO, Yamaha)

Rennen 2
1. Michal Filla (CZE, BMW)
2. Marko Jerman (SLO, Yamaha)
3. Kamil Krzemien (POL, Yamaha)
4. Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)

Meisterschaftstand Alpe Adria nach 6 von 12 Rennen
1. 164 Punkte Michal Filla (CZE, BMW)
2. 99 Punkte Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)
3. 69 Punkte Adrian Pasek (POL, Yamaha)

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